Djamilatou Hamadou

Manchmal werden wir von afemdi gefragt, warum wir uns gerade in Kamerun für benachteiligte Mädchen stark machen. Frauen wie Djamilatou Hamadou sind die Antwort. Ihnen hat das Schicksal nichts geschenkt und die Unterstützung durch afemdi ist wahrscheinlich ihre einzige Chance, sich ein selbstständiges Leben aufzubauen. Hier ist ihre Geschichte:

Djamilatou Hamadou wurde am 28.04.1993 geboren und wohnt in Maroua bei ihren Eltern und 13 Geschwistern. Sie ist seit ihrer Geburt körperbehindert. Ihr fehlen beide Arme und ihre Hände sind an den Schultern festgewachsen. Trotz der Armut, in der Djamilatou aufwuchs und ihrer körperlichen Beeinträchtigung hat sie ihren Lebenswillen nie verloren und immer schon Spaß am Lernen gehabt. So konnte sie als Stipendiatin von AFEMDI-Maroua in eine Berufsausbildung im Schneiderhandwerk bei der befreundeten Institution  SAARE TABITHA in Maroua vermittelt werden. Dank ihres Könnens und ihrer Freude am Nähen konnte sie bereits erfolgreich die Gesellenprüfung im Schneiderhandwerk abschließen.

Ende des Jahres 2018 wurde sie Opfer eines Verbrechens. Sie wurde von ihrem Nachbarn vergewaltigt und infolge schwanger. Ihr Vater erstattete bei der Polizeistation Strafanzeige. Zudem brachte unser Partnerverein AFEMDI-Maroua den Fall über den Verein „Keine Gewalt gegen Frauen“ vor Gericht, um Gerechtigkeit zu suchen. Die Vaterschaft wurde durch das Geständnis des Vergewaltigers amtlich festgestellt. 2019 ist Djamilatou‘s Tochter Mounira gesund zur Welt gekommen.

Eine Tretnähmaschine zur bestandenen Prüfung

Mounira Hamadou

Mounira Hamadou

Im Frühjahr 2022, wenn ihre kleine Tochter Mounira in den Kindergarten gehen kann, will sie ihre Ausbildung als Schneiderin fortsetzen. Dann wird sie zu den ersten Frauen gehören, die sich im zur Zeit noch im Bau befindlichen Nähhausauf dem Frauenzentrum „Hirsefeld“ im Schneiderhandwerk fortbilden können.

So lange lebt sie weiterhin mit Mounira im Familienverband. Zu ihrer bestandenen Gesellenprüfung hat sie von afemdi und AFEMDI-Maroua eine Tretnähmaschine geschenkt bekommen. Im Wohnbereich der Großfamilie näht sie vor allem Kinderkleider, die nicht nur von ihrer kleinen Tochter gerne getragen werden. Die Nähmaschine sorgt so für ihren Lebensunterhalt. Trotz ihrer Behinderung ist sie auch selbstständig in der Lage, ihre Nähmaschine zu warten und Ersatzteile zu besorgen.

Die beiden Partnervereine AFEMDI-Maroua und afemdi-projekte Deutschland e.V. freuen sich darauf, das Leben dieser starken Frau und ihrer Tochter noch einige Weile begleiten zu dürfen.