Fadimatou Toukour, Präsidentin unserer Partnerorganisation Afemdi-Maroua in Kamerun, ist am 7. Juli 2026 im Alter von 66 Jahren verstorben.
Wir nehmen Abschied von einer außergewöhnlichen Frau, die mit großer Kraft, Klugheit und Menschlichkeit das Leben unzähliger Kinder und Jugendlicher geprägt hat.
Fadimatou wuchs in einer polygamen, kinderreichen muslimischen Großfamilie auf – in einer Gesellschaft, in der Männer über die Möglichkeiten und Lebenswege von Mädchen und Frauen bestimmten. Dass sie es dennoch bis zur Direktorin der berufsbildenden Schulen in Maroua brachte, war keine Selbstverständlichkeit. Es war das Ergebnis ihrer außergewöhnlichen Willenskraft, ihrer Klugheit und ihrer unermüdlichen Beharrlichkeit.
Fadimatou wusste aus eigener, schmerzhafter Erfahrung, wie schwer es für ein Mädchen sein kann, seinen eigenen Weg zu gehen. Vielleicht war gerade das der Grund, warum sie sich mit solcher Leidenschaft dafür einsetzte, Kindern und Jugendlichen Türen zu öffnen. Sie wollte nicht, dass die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen, davon abhängt, wo ein Kind geboren wurde oder welches Geschlecht es hat.
Chance auf Bildung
Fadimatou kannte alle Grundschulen in und um Maroua, die Lehrerinnen und Lehrer, die Familien und vor allem die Sorgen und Hoffnungen der Kinder. Viele Kinder konnten dank ihr überhaupt zur Schule gehen, einen Schulabschluss erlangen und anschließend eine Ausbildung absolvieren. Sie gab ihnen nicht nur die Chance auf Bildung, sondern eröffnete ihnen damit auch Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben. Viele Menschen in Maroua haben einen persönlichen Grund, um sie zu trauern und ihr dankbar zu sein. Sie hinterlässt eine große Trauergemeinde.
Für afemdi-projekte Deutschland e.V. war sie über viele Jahre hinweg eine verlässliche Partnerin, eine Wegbegleiterin und unser Gesicht vor Ort. Wir sind traurig, dass Fadimatou diesen Weg nicht mehr mit uns weitergehen kann. Aber unsere gemeinsame Arbeit wird mit ihrem Tod nicht enden. In Kürze werden wir die Nachfolgerin von Fadimatou Toukour benennen und sie unserem Verein und unseren Mitgliedern vorstellen. Gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass das, was wir gemeinsam aufgebaut haben, weitergeführt werden kann.
Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Angehörigen, ihren Freundinnen und Freunden, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Afemdi-Maroua und allen Menschen in Maroua, die um sie trauern.
Elke Scheiner
Vorsitzende von afemdi-projekte Deutschland e.V.